Gründerbefragung

Im Rahmen des B10 Projektes "Gründungsgeschehen und Arbeitsmarkt in ost- und westdeutschen Wachstumsregimen" wurde eine Befragung von Gründer und Gründerinnen durchgeführt. Nachfolgend finden Sie eine kurze Zusammenfassung; auf Anfrage können detailliertere Informationen bereitgestellt werden. Folgende Unterlagen stehen zum Download bereit:

 

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Ziele der Gründerstudie

Unternehmensgründungen spielen eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung. Insbesondere aus diesem Grund messen politische Entscheidungsträger dem Gründungsgeschehen einen hohen Stellenwert bei. Motive und Ziele, aber auch die Strukturen von Gründungen können sehr unterschiedlich sein. Das Projekt B10 „Gründungsgeschehen und Arbeitsmarkt in ost- und westdeutschen Wachstumsregimen“ des Sonderforschungsbereichs an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) erforscht die Bedingungen, unter denen sich Gründungen entwickeln. Dazu wurde eine telefonische Befragung von Unternehmensgründern in ausgewählten ost- und westdeutschen Regionen durchgeführt.

Ein wesentliches Anliegen unserer Gründerbefragung war es, einen Überblick über verschiedene Charakteristika junger Betriebe und ihrer Gründer zu erhalten. Dabei sollten neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Merkmalen der Gründer (z.B. Ausbildung und Motivation) und der Entwicklung der dazugehörigen Unternehmen gewonnen werden. Im Mittelpunkt standen insbesondere Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen in den alten und den neuen Bundesländern.

TeilnehmeR & Methodik der Studie

Gegenstand der Untersuchung sind Neugründungen. Hiermit sind rechtlich selbstständige Betriebe gemeint, mit deren Gründung eine neue unternehmerische Existenz geschaffen und neue Kapazitäten aufgebaut wurden.

Im Rahmen einer telefonischen Befragung der Gründer wurden Informationen über deren Person sowie über die Motive für unternehmerische Selbstständigkeit erhoben. Diese Daten wurden dann mit der Entwicklung des Betriebes in Beziehung gesetzt. Die erhobenen Informationen beziehen sich z. B. auf die Berufsbiographie des Gründers, aber auch auf die Innovationsaktivitäten des Unternehmens.

Datensatzbeschreibung

Im Zeitraum Oktober 2010 – Februar 2011 wurden jeweils 1.000 Betriebe in sechs Untersuchungsregionen kontaktiert, die dem Verarbeitenden Gewerbe oder dem Sektor wissensintensiver Dienstleistungen zugeordnet sind. Die Kontaktinformationen der Gründer wurden dem Lehrstuhl für Unternehmensentwicklung, Innovation und wirtschaftlichen Wandel der FSU Jena, nach Genehmigung durch das Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), vom Forschungsdatenzentrum (FDZ) des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur Verfügung gestellt. Zunächst wurden die Betriebe angeschrieben und anschließend telefonisch kontaktiert. Insgesamt waren 5.139 Betriebe erreichbar. Dabei war es möglich 1.105 vollständig für unsere Analysen verwertbare Interviews mit den Gründern der Betriebe zu führen. Bei diesen Betrieben handelt es sich um Unternehmen, die zum Zeitpunkt des Markteintritts rechtlich-selbständige Neugründungen waren.

Erste Auswertungen

Die regionale Verteilung der erhobenen Betriebe auf die sechs Untersuchungsregionen (UR) kann Abbildung 1 entnommen werden. Dabei wird sichtbar, dass die stärkste Beteiligung in der UR Mittel- und Ostthüringen vorlag.

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Abbildung 1: Anzahl der befragten Gründer nach Untersuchungsregion (UR)


Von den in der Stichprobe erfassten Betrieben sind 67 Prozent den wissensintensiven Dienstleistungen zugeordnet und 33 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe tätig (vgl. Abbildung 2). 

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Abbildung 2: Branchenzugehörigkeit

 

Das Alter zum Zeitpunkt der Gründung bewegt sich bei den befragten Gründern zwischen 18 und 74 Jahren. Der größte Anteil der Gründungen spielt sich dabei zwischen einem Alter von Anfang 30 bis Mitte 40 ab. Insgesamt lässt sich ein umgekehrt u-förmiger Zusammenhang zwischen Alter und Gründungsneigung zeigen, das bedeutet, das die Anzahl der Gründer bis zum 45. Lebensjahr zu- und dann wieder abnimmt (vgl. Abbildung 3).

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Abbildung 3: Alter zum Gründungszeitpunkt


Der Großteil der in der Stichprobe befragten Gründer sind Männer. Wie in Abbildung 4 zu sehen, entspricht der Anteil der männlichen Gründer 85%.  

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Abbildung 4: Geschlecht

 

Weitere detaillierte Auswertungen können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. Eine gesonderte Auswertung für die Teilnehmer der Befragung kann hier abgerufen werden.

Das Projekt B10

Die Studie ist Teil eines Projekts, das an der FSU Jena seit längerem durchgeführt wird. Das übergeordnete Ziel des Projektes ist es, die Zusammenhänge zwischen Gründungsgeschehen und Arbeitsmarkt unter verschiedenen gesamtwirtschaftlichen, regionalen und sektoralen Rahmenbedingungen zu erforschen.

Ein wesentlicher Fokus ist auf die Untersuchung dieser Zusammenhänge in ausgewählten Regionen in den alten und neuen Bundesländern gerichtet. Damit will das Projekt sowohl einen Beitrag zur Gründungsforschung als auch zur Arbeitsmarkt-und zur Wachstumsforschung leisten. In Bezug auf die Untersuchung der ostdeutschen Auswahlregionen erhoffen wir uns wichtige Beiträge zur Transformationsforschung. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 580 finanziert. Dieser Bereich beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen nach dem Systemumbruch in Deutschland.

 

CONTACT / KONTAKT

 

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Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Lehrstuhl für Unternehmens-
entwicklung, Innovation und
wirtschaftlichen Wandel
Carl-Zeiss-Straße 3
D-07743 Jena

 

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